Die Stiftung für Zukunftsfragen hat im Januar 2010 4000 Personen über 14 im Rahmen der 26. Deutschen Tourismusanalyse nach ihren Urlaubsplänen für 2010 gefragt und außerdem eine Erhebung über das vergangene Jahr durchgeführt. Die Zahlen sind vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise durchaus überraschend, da die Deutschen ihrem Ruf als Reiseweltmeister immer noch gerecht werden. So planen 42% der Befragten im Jahr 2010 in Urlaub zu fahren. 11% wollen sogar mehrfach verreisen. Ein Drittel ist noch unsicher, ob es dieses Jahr in Urlaub gehen soll.

Beliebtestes europäisches Reiseziel im Jahr 2009 war mal wieder Spanien. Mehr als ein Drittel der Deutschen haben hier ihren Urlaub verbracht. Italien liegt mit knapp 7% deutlich abgeschlagen auf dem zweiten Platz der Rangliste. Drittbeliebtestes Ziel im Jahr 2009 war die Türkei. Auf den weiteren Rängen landen Österreich (4,1%), Griechenland (3,3%), Skandinavien (2,1%) und Frankreich (1,8%) .
Die meisten Deutschen verbrachten Ihren Urlaub allerdings im eigenen Land. Fast 40% der Befragten entschieden sich letztes Jahr für Ferien an Nord- und Ostsee, Bayern, Bodensee, Schwarzwald und Co.
Die durchschnittliche Reisedauer betrug 13 Tage, wobei hier galt: je weiter, desto länger. So dauerte ein innerdeutscher Aufenthalt im Schnitt 10 Tage, der Mittelmeerurlaub zwei Wochen und die Fernreise 21 Tage und mehr.
Gleiches galt für die Kosten der Reisen in 2009: Je weiter, desto teurer. Hier ist natürlich eine gewisse Logik zu erkennen, hat man doch einfach für Fernreisen wesentlich mehr Geld zu investieren, als für den Nordseeurlaub mit Anreise im eigenen PKW. Durchschnittlich kostete der 2009er Urlaub die Deutschen 1038,- Euro inklusive Anreise, Verpflegung und sämtlicher Ausgaben vor Ort.

Der Ausblick für 2010 verspricht für die Tourismusindustrie nicht enttäuschend zu werden. Ein gutes Fünftel der Deutschen wollen ihren Urlaub in Deutschland verbringen, ein Drittel zieht es ins europäische, 10% ins nicht-europäische Ausland. Mehr als ein Drittel der Befragten sind noch unentschlossen, wohin es gehen soll. Diese gilt es aus Sicht der Veranstalter für sich zu gewinnen und mit guten Angeboten zu überzeugen. Für die Marktanalysten sollten hier auch die Vorlieben verschiedener Bevölkerungsgruppen eine große Rolle spielen, um differenzierte, zielgruppenspezifische Werbung betreiben zu können. So zeigen sich fast die Hälfte der Familien an einem Ferienhausaufenthalt interessiert, während ein Viertel der Ruheständler überlegen eine Busreise zu unternehmen. Die Gruppe der Best-Ager ist Zielgruppe, wenn es Wellness- oder Berg-/Wanderurlaub geht. Für ein Drittel dieser Gruppe sind diese Urlaubsarten von Interesse. 32% der jüngeren Erwachsenen wünschen sich einen Abenteuerurlaub, während die Hälfte der Jugendlichen ihre Ferien in Wohnwagen oder Campingplätzen verbringen möchten.